Zeitreise unter Zeitdruck
Von: Peter Loll
Dass Busgruppen aus Oberbayern zu einer „Zeitreise“ nach Aidenbach kommen ist inzwischen eigentlich Normalität. Sie buchen dabei das Kombiangebot von Aidenbach und Aldersbach, wo den Gästen in historischem Kostüm niederbayerische Geschichte veranschaulicht wird. Am Vormittag präsentiert der „Freiherr von Gemmel“ (alias Peter Loll) im Aidenbacher Rathaus die Geschichte des Bayrischen Volksaufstandes von 1705/06. Am Nachmittag führt „Herzogin Judith von Schweidnitz“ (alias Cornelia Krenn) durch die Geschichte des Klosters Aldersbach.
Doch diesmal war alles anders als normal. Sind es sonst meistens Vereine, die mit dem Bus ihren Jahresausflug nach Niederbayern machen, war es diesmal die ganze Stadtverwaltung von Geisenfeld, die zu ihrem Betriebsausflug mit zwei Bussen unterwegs war. Die Gruppe mit dem Geisenfelder Bürgermeister fuhr nach Aidenbach, die andere nach Aldersbach.
Der „Freiherr von Gemmel“ wartete diesmal ganz besonders gespannt auf seine Besuchergruppe, denn den Geisenfeldern sind „Zeitreisen“ nichts Unbekanntes. In Geisenfeld führen die Schauspieler der Gruppe „Stadtstorch“ durch die Geschichte der Kleinstadt und des Klosters. Die Texte für diese szenischen Stadtführungen wurden von Peter Klewitz geschrieben, der auch das Drehbuch für das Aidenbacher Freilichtspiel „Lieber bairisch sterben ...“ verfasst hat.
Aber diesmal musste der „Freiherr“ sehr lange warten. Die beiden Busse aus Geisenfeld wurden durch eine Kontrolle auf der Autobahn eine ganze Stunde lang aufgehalten. Warten musste auch der Kameramann, der für die Gemeinde Aidenbach einen Videoclip dieser „Zeitreise“ drehen sollte.
Endlich angekommen, wurden die Geisenfelder als erstes vom Aidenbacher 1. Bürgermeister Karl Obermeier begrüßt, der den Gästen kurz die Marktgemeinde vorstellte. Die Antwort des Geisenfelder 1. Bürgermeisters Christian Staudter zeigte, dass beide Gemeinden trotz unterschiedlicher Größen ähnliche Probleme haben. Nach dem Austausch von Begrüßungsgeschenken konnte der „Freiherr von Gemmel“ endlich seine „Zeitreise“ beginnen. Es galt, die eine Stunde Zeitverlust wieder aufzuholen – das Programm musste gestrafft, einige Programmpunkte sogar gestrichen werden. Trotz des Zeitdrucks konnte der „Freiherr“ mit seiner Kombination aus Bildpräsentation, Anschauungsmodellen und Rollenspiel die Gäste aus Geisenfeld in seinen Bann ziehen. Anschließend konnten sie nach den obligatorischen Erinnerungsfotos vor dem Rathaus und dem Bauernkämpfer-Denkmal mit einer nur geringen Verspätung das weitere geplante Tagesprogramm fortführen.
Bericht/Foto: Loll


