Donnerstag, 20. Juni 2019
Kategorie: Aktuelles aus Aidenbach

Warum man das Festspiel auch gerne öfters ansehen kann


Neuerungen im Festspieljahr 2019

Das Aidenbacher Freilichtspiel „Lieber bairisch sterben… Aidenbach 1706“, welches diesen Juli wieder aufgeführt wird, feiert zur nächsten Saison das 30-jährige Jubiläum. „Mei, des Freilichtspiel, des hob i scho gseng“, hört man oft die Leute sagen. Aber es wäre bedenklich, wenn sich nach vielen Jahren der Aufführung nichts am Stück tun würde. Schon nach dem tragischen Tod von Peter Klewitz und der Übernahme der Regie durch seinen Sohn Till Klewitz hat sich schon ein gewisser Generationensprung feststellen lassen. Freilich, der Schluss bleibt immer gleich, aber bis dahin ist es dramaturgisch ein langer Weg, an dem die Macher des Festspiels fleißig feilen. So wird es dieses Jahr eine Information über den geschichtlichen Hintergrund der damaligen Zeit geben. „Wie dieser aussehen wird, ist unsere große Überraschung für die Premiere“, verrät Till Klewitz. Zudem bereichern viele neue Schauspieltalente die Aufführung. Der Regisseur über seine Arbeitsweise: „Besonders wichtig ist mir, dass sich die Schauspieler (Laien) nicht „verbiegen“ müssen, um eine Rolle glaubhaft darzustellen. Daher ist bei meiner Arbeit immer der Mensch, der die Rolle spielt, die Basis. Ich nehme Eigenheiten und Ticks der Menschen war und baue sie in die Rollenfigur mit ein.“ Eine exakte Textarbeit und tiefes Verständnis der Situation und der Hintergründe ist ihm immer ein besonderes Anliegen. Daher wird ein großer Teil der Probenzeit auch darauf verwendet, die Situationen der jeweiligen Rollen zu erklären, zu besprechen und zu beleuchten und damit ein Verständnis für die Schauspieler zu schaffen. Der Laienschauspieler Dr. Gary Rex aus Passau hat diese – man möchte schon fast sagen – „Intimität“ zu der Person, die er verkörpert, besonders ernst genommen. Nachdem er sich beim KUFV nach dem „Schauspieler gesucht“-Aufruf in der PNP vorgestellt hatte, wurde ihm sogleich die Rolle des „Freiherrn von Kriechbaum“ zugewiesen. Oft wird er als ultimativer Bösewicht dargestellt, bekannt durch die Sendlinger Mordweihnacht. Doch Rex hat intensiv das Skript gelesen und die Geschichte recherchiert. Nach seiner Fasson wurde der hochverdiente Offizier, der die Türken vor Wien zurückgeschlagen hatte, ungewollt in die Rolle des „Bauernschlächters“ gezwungen, was ihm sehr zuwider war. Diese Zwiespältigkeit des „Befehlsausführers“ bringt Gary Rex in seine Darstellung des Freiherrn von Kriechbaum ein. Ähnlich ergeht es einer anderen Figur des Freilichtspiels, „Freiherr von Gemmel“, dargestellt von Hermann Kaiser. Auch er war Schwertführer für den Kaiser und Berichterstatter und nicht sehr erfreut über die Tätigkeit bei der Aidenbacher Bauernschlacht. „Es ist eine interessante Stimmung zwischen den beiden Freiherrn zu spüren, weder Verbrüderung noch Verfeindung. Sie waren beide in ihrer Rolle gefangen“, so Rex. Diese Spannung zwischen Freiherr von Gemmel und Freiherr von Kriechbaum ist dieses Jahr einzigartig verkörpert und dargestellt.
Die Aufteilung von „Lieber bairisch sterben... Aidenbach 1706“ in verschiedene Szenen erlaubt es Regisseur TIll Klewitz und Co-Regisseurin Nicole Plattner, auch hier Veränderungen durchzuführen. So werden in der Festspielsaison 2019 einige Szenen aus vergangenen Aufführungen wieder aufgegriffen, welche die letzten beiden Spielzeiten nicht gespielt wurden. Besonders beim actionreichen Teil des Festspiels werden den Zuschauern die neuen Sound- und großzügigen Pyroeffekte auffallen. Auch der Schlachtablauf hat sich geändert, was die Dramatik noch besser herausstellen wird.
Packend und emotional mitreißend wird die Aufführung in der Festspielsaison allemal. Das über 150-köpfige Festspielensemble freut sich schon darauf, die Zuschauer zu begeistern!
Vor jeder Aufführung findet der Historische Handwerker- und Bauernmarkt ab 19 Uhr statt – dieses Jahr größer, als je zuvor!

Neu sind auch:
► der übergroße Historische Handwerker und Bauernmarkt mit Schupfnudelstand auf dem Außengelände    
► die detailgetreue, historische Deko und Kleidung der Mitwirkenden auf dem Hist. Handwerker- und Bauernmarkt
► das eigens gebraute Festspielbier „Revoluzzer“
► die Festspiel-Kreuzer im Wert von 2 € für den Hist. Handwerker- und Bauernmarkt

Informationen zum Festspiel unter www.freilichtspiel.de