Mittwoch, 20. März 2013
Kategorie: Aktuelles aus Aidenbach

Vom Vertrauen in die Natur und die gestaltende Kraft


Ausstellungseröffnung von Gertraud Schuberl im Aidenbacher Lesesaal

Vernissagen gehören zu einer modernen Marktgemeinde dazu. So bemüht sich der Markt Aidenbach immer wieder besondere Künstler speziell aus unserer Region vorzustellen. Zurzeit sind im Lesesaal des Rathauses Werke von der Eginger Künstlerin Gertraud Schuberl zu bewundern.
Zur Ausstellungseröffnung konnte Bürgermeister Karl Obermeier zahlreiche Gäste, darunter auch seine beiden Stellvertreter Robert Grabler und Helmut Mögele, Pfarrer Robert Rödig und Bundestagsabgeordnete a. D. Halo Saibold begrüßen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Klarinettistin Marijana Jelen.
In Gertraud Schuberls Bildern ist eine interessante Vielschichtigkeit gegenwärtig, verschiedene Ausgangsformen werden – wagemutig im Vorgehen – zu einem Ganzen vereinigt. Manche Künstler probieren ein wenig herum, finden heraus, welche Farbkombinationen und Farbsysteme gut funktionieren und weichen dann von dieser zuverlässigen Vorgehensweise nicht mehr ab. Gertraud Schuberl hingegen versucht sich in immer neuen Bildfindungen, Techniken und Kombinationen, so der Laudator Stadtbaumeister a. D. Horst Ammer aus Dingolfing. Weiter stellte er fest, dass die vielen Ebenen bzw. Schichten in ihren Bildern beim Malen viel Konzentration und eine klare Vorstellung vom Bild fordern. Grafische, geometrische Elemente, Figuren, perspektivische und verlaufende Linien, weiche und harte Konturen, verschiedene Strukturen und Oberflächen, all das bereichert sich gegenseitig und machen die Bilder spannend.
Trotz der vielfältigen Auswahl der Themen sind die Bilder nicht kopflastig. Sie sind aus der Resonanz des Körpers – aus dem Bauch – gemalt. Da bei einer solchen Malweise lebendige Bilder nur entstehen können, wenn „die Chemie stimmt“, besteht die größte „Arbeit“ beim Malen für die Künstlerin darin, sich selbst lebendig zu halten und nach innerer Harmonie zu streben. Manchmal spielen ihre Bilder in der freien Natur und vermitteln die Leichtigkeit des Seins in dieser Natur, wenn sie intakt ist. Die äußere Natur steht dabei gleichzeitig auch für die innere Natur. Diese verständlichen, überschaubaren Strukturen vermitteln eine Stille und einen Frieden, der entsteht, wenn der Mensch zu seinem menschlichen Maß zurückfindet.
In ihrem Werk gibt es auch rein abstrakte Bilder, die vor allem durch ihre Farbgestaltung überzeugen. Viele dieser Gemälde erschließen sich dem Betrachter erst ganz, wenn man sie länger anschaut, denn dann beginnt man zu ahnen, dass sie uns mehr sagen wollen, als sie uns bloß zeigen.
Zum Abschluss wünschte Bürgermeister Karl Obermeier der Ausstellung einen guten Verlauf und viele Besucher.
Geöffnet ist die Ausstellung noch bis zum 05. April 2013, während der Öffnungszeiten des Rathauses sowie am Ostermarkt von 14:00 – 16:00 Uhr.


Bild (Wohlfahrt): Bei der Ausstellungseröffnung (v. l.) Bürgermeister Karl Obermeier, Laudator Horst Ammer, Künstlerin Gertraud Schuberl, Musikerin Marijana Jelen und 2. Bürgermeister Robert Grabler