Montag, 24. Juni 2019
Kategorie: Aktuelles aus Aidenbach

Gesichter der Bauernschlacht


Vernissage zur Ausstellung von Simona Marschall am 28. Juni

Die Aidenbacher Künstlerin Simona Marschall ist vielen bereits bekannt. Sei es nicht durch die Ausstellungen im Rathaus in der Vergangenheit, durch die Teilnahme bei Kunst im Park oder durch ihre gemütserhellende, freundliche Art – spätestens mit ihren feuerroten Haaren fällt diese Frau auf. Doch obwohl sie sich der visuell gestalteten Kunst verschrieben hat, möchte sie mit ihr das Unausgesprochene, das Wesen ihres Motives erfassen.
Simona Marschall wurde 1958 in Rumänien geboren und entdeckte ihr Talent zum Zeichnen bereits in der Kindheit. Während ihres Bauwesenstudiums in Rumänien besuchte sie einen Kurs bei der Künstlerin Xenia Eraclide Vreme, welche die künstlerische Schöpfungskraft von Simona Marschall auf professionelle Weise vorantrieb. Bereits als 25-Jährige konnte Simona Marschall daher schon zu einer Glasmalerei-Ausstellung einladen. Nach ihrem Umzug nach Deutschland und der Familiengründung entdeckte sie ihre Liebe zur Malerei wieder und verfolgt dieses Hobby seither intensiv.
Ihr aktuelles Projekt zum Festspiel „Lieber bairisch sterben… Aidenbach 1706“ beschäftigt sich mit den Menschen um das Freilichtspiel. Nicht nur mit den historischen Figuren, sondern auch mit den vielen Mitwirkenden von heute, die das Stück und den vorher stattfindenden Historischen Handwerker- und Bauernmarkt zum Leben erwecken. „Ich bin ein ‚Schattenmensch‘ des Festspiels“, sagt sie selbst über sich. Damit meint sie die vielen Mitwirkenden im Hintergund, die sie u. a. auch auf die Leinwand bringen will.
Besonders viel Leidenschaft entfacht das Thema des Bauernaufstands laut der Rumänin bei ihr, denn die Aidenbacher teilen die Geschichte der Ausbeutung durch die österreichische Besatzungsmacht mit den Landsleuten der Künstlerin. Der Terror der Besatzer erstreckte sich im 18 Jahrhundert laut der Künstlerin bis nach Transsilvanien. Mit ihrem Projekt will sie Neugier schüren auf die Schicksale der Menschen und das Interesse für dieses spannende Thema wecken. „Unsere heutigen Laiendarsteller leisten Großartiges, wenn sie unsere gemeinsame Geschichte auf die Bühne bringen und sogleich ihre Freizeit opfern“, lobt die Künstlerin das Festspielensemble. Am liebsten würde sie alle Mitwirkenden des Festspiels der letzten 20 Jahre mit einem Bild ehren, jedoch ist dies verständlicherweise nicht möglich. Sie hat sich daher entschieden, ausgewählte Personen und Szenerien aus der Festspielsaison 2017 und 2019 zu Papier zu bringen, seitdem sie selbst Teil der Festspieltruppe ist. „Jedes meiner Bilder ist wie eine Geburt, ich kann nicht planen, wann es so weit ist, dass ich meine Idee in ein Bild verwandeln kann“, erklärt Simona Marschall ihre Arbeitsweise, „Ich möchte gerne eine Besprechung des Vorstands im Fundus malen, aber wie genau es aussehen wird, weiß ich jetzt noch nicht.“ In maximal eineinhalb Tagen hat sie jedoch nach dem Beginn eines Bildes mit ihrer impulsiven, sprudelnden Energie ein Werk fertig gestellt. Neben den 50x60 cm großen Bildern wird es auch ein XXL-formatiges Bild namens „Hoffnung“ geben. Bis die Ausstellung vollständig mit den Bauernkampf-Motiven ausgestattet ist, werkelt die Künstlerin in ihrer Wohnung, umgeben von unzähligen Leinwänden, Kohlestiften für die Skizzen und vielen kräftig-bunten Farben. Man darf gespannt sein auf das Ergebnis.
Die Vernissage zur Ausstellung von Simona Marschall findet am 28. Juni 2019 um 19 Uhr im Lesesaal des Rathauses statt. Sie wird musikalisch umrahmt von Marijana Jelen auf der Klarinette. Die Ausstellung ist zu Rathausöffnungszeiten bis 26. Juli zu besuchen.