Freitag, 30. Mai 2014
Kategorie: Aktuelles aus Aidenbach

Ehepaar Liebisch feierte Diamanthochzeit


Das seltene Fest der Diamanthochzeit konnten Ruth und Friedemann Liebisch feiern.
Friedemann Liebisch wurde 1929 in Ebersbach, Sachsen geboren. Seit seiner Kindheit interessierte er sich für das Malen. Dieses Talent wurde von seinem Vater auch frühzeitig erkannt und wurde so bereits schon im Vorschulalter gefördert. So sind Zeichnen und Malen von Friedemann Liebisch zu seiner Lieblingsbeschäftigung geworden und ist es auch sein ganzes Leben lang geblieben. Von 1940 bis 1945 besuchte er das Gymnasium in Rumburg im Sudetenland. 1949 flüchtete der Jubilar aufgrund der politischen Lage in den Westen und kam nach Niedersachsen. Hier war er bis 1952 als Maßschneider tätig. 1957 legte er die Meisterprüfung für das Schneiderhandwerk in Würzburg ab. Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmete er sich aber immer wieder seiner künstlerischen Begabung. 1958 nahm er bei Studienprofessor Gunter Ulrich und der Malerin Elisabeth Dering Kunstunterricht. 1962 begann er ein Fernstudium für Malerei und Grafik an der Pariser Akademie, welches er 1967 mit dem Diplom abschloss. Im Jahre 1969 präsentierte Friedemann Liebisch in Aschaffenburg zum ersten Mal seine Werke der Öffentlichkeit. 1982 machte er sich als freischaffender Künstler selbständig und ein Jahr später nahm er die Lehrtätigkeit in der Volkshochschule als Maler und Grafiker auf. 1989 zwangen ihn gesundheitliche Gründe in den Ruhestand. Soweit es jedoch sein Wohlbefinden erlaubte, war er weiterhin künstlerlisch tätig.
Ruth Liebisch, geb. Preuss ist 1931 im Memelland geboren und aufgewachsen. 1944 flüchtete sie mit dem letzten Zug nach Königsberg und von da weiter in den Westen. Ihre Eltern mussten jedoch dort bleiben und wurden 1948 für 10 Jahre nach Sibirien deportiert. Daher ist die Jubilarin vom 13. Lebensjahr an ohne Eltern, dafür aber bei den älteren Schwestern aufgewachsen. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich als Schneiderin. In der Nähe von Aschaffenburg lernte sie ihren Ehemann Friedemann kennen. 1954 wurde geheiratet. Aus der Verbindung gingen zwei Söhne hervor. Im Jahre 1994 war das Ehepaar vom Passauer Land so fasziniert, dass sie beschlossen, in Aidenbach den gemeinsamen Lebensabend zu verbringen. Auch hier stellte Friedemann Liebisch sein großartiges Können unter Beweis. Die vier Bilder in der Kreuzkirche mit einer Größe von bis zu drei Metern zählen zu den Höhepunkten seines Aidenbacher Schaffens. Im Rahmen der Marktplatzsanierung gestaltete er die Zunftzeichen am Zunftbaum. 2010 wurde er mit dem Kulturpreis des Landkreises Passau ausgezeichnet.
Bürgermeister Karl Obermeier und die evangelische Pfarrerin Dr. Tanja Schultheiß beglückwünschten Ruth und Friedemann Liebisch zum Jubeltag und wünschten ihnen weiterhin alles Gute.

Foto: Gemeinde