Abschied vom engagierten Prediger und treuen Freund
Von: Die RedaktionPfarrer Franz Kufner geht nach 23-jähriger Amtszeit in Ruhestand - Dankesworte beim Festgottesdienst
Von „übermenschlicher Pflichterfüllung“ sprach Bürgermeister Karl Obermeier, als er sich gestern im Namen des Marktes Aidenbach nach einem festlichen Gottesdienst von Pfarrer Franz Kufner verabschiedete, der nach 23 Jahren in Aidenbach aus gesundheitlichen Gründen zum 1. September in den Ruhestand tritt. Er wird ihn in seiner Heimat Moos verbringen.
Die Pfarrkirche St. Agatha war beim letzten Gottesdienst von Pfarrer Kufner voll besetzt. Die Ministranten waren in großer Besetzung eingezogen und die Aidenbacher Vereine zeigten mit ihren Fahnen Flagge. Für den besonders festlichen Rahmen sorgte der Kirchenchor mit instrumentaler Unterstützung unter Leitung von Daniel Obtmeier.
Er sei gerne Pfarrer in Aidenbach gewesen, versicherte Franz Kufner einleitend, habe dank der Unterstützung durch Monsignore Josef Kohlbauer und Kirchenpfleger Raimund Scharnagl nie das Gefühl gehabt, ein Einzelkämpfer zu sein. Darüber hinaus hätten sich viele Aidenbacher engagiert in das Leben der Pfarrei eingebracht. Über jede einzelne Taufe, so Kufner, habe er sich in diesen 23 Jahren gefreut. Die Begegnungen mit Kranken und die Beerdigungen hätten gezeigt, „wie tröstlich unser Glaube ist“.
„Sie haben 23 Jahre lang in allen Lebenssituationen Freud und Leid mit uns geteilt und hätten noch gerne weiter gemacht“, so Kirchenpfleger Raimund Scharnagl. Aber aus gesundheitlichen Gründen trete Pfarrer Kufner vorzeitig in den Ruhestand. Der Kirchenpfleger hob die lange Amtszeit Kufners als 53. Pfarrer von Aidenbach hervor. Nur einer seiner Vorgänger habe es auf mehr als 20 Jahre gebracht, so zitierte er aus der Chronik der Pfarrei.
Kufners Vorgänger Franz Lechner habe 15 Jahre amtiert und dessen Vorgänger Josef Asenkerschbaumer neun Jahre. Mit Stolz könne Franz Kufner auf seine Amtszeit in Aidenbach zurückblicken, in der er viel geleistet habe. Scharnagl nannte unter anderem die Renovierung von Pfarrhof und Kirche sowie die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens. Und das alles neben seiner eigentlichen Aufgabe, der Seelsorge.
Mit einem Blick in die Statistik führte der Kirchenpfleger 454 Taufen, 115 Trauungen und 526 Beerdigungen auf und immer sei der Dienst des Pfarrers von tiefer Gläubigkeit geprägt gewesen. Dank zu sagen gelte es vor allem für Kufners aufbauende und ermutigende Predigten. „23 Jahre lang bist du keiner Aufgabe ausgewichen, hast dich für uns aufgebraucht“, sagte Kirchenpfleger Scharnagl, was mit anhaltendem Applaus der Kirchenbesucher quittiert wurde.
Mit seiner Fach- und Sachkompetenz, gepaart mit Integrationsfähigkeit, sei Pfarrer Kufner ein Garant für gutes Miteinander gewesen, sagte Bürgermeister Karl Obermeier. Er sei zu einer Institution in Aidenbach geworden, die nur schwer wegzudenken sei. Mit großem Engagement habe er sich für alle in der Gemeinde eingesetzt, sei nicht nur Pfarrer und Seelsorger, sondern auch ein treuer Freund und Kamerad gewesen. Damit habe er dazu beigetragen, dass das Verhältnis zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde immer von Vertrauen geprägt war. Nie vergessen werden die Aidenbacher die Predigten Pfarrer Kufners und seine Fähigkeit, zu jedem Anlass die passenden Worte zu finden. Als Abschiedsgeschenk der Gemeinde überreichte Bürgermeister Obermeier mit seinem Stellvertreter Robert Grabler eine Bauernkämpfer-Skulptur.
Nach dem Gottesdienst hatten die Aidenbacher Gelegenheit, sich bei einem Stehempfang im Rathaus von ihrem Pfarrer persönlich zu verabschieden. - ba
- Links: Quelle: Vilshofener Anzeiger

